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Sue Kindor

Sue Kindor ist Consultant, Coach & Communicator aus Leidenschaft. Sue war in Agenturen, der Industrie und für Startups tätig und hat sowohl Führungskräfte als auch Management-Boards zu komplexen Kommunikationsthemen beraten. Die Non-Konformistin pflegt einen individuellen Stil und nimmt selten ein Blatt vor den Mund.

Published Jan. 15, 2026

Leadership in unsicheren Zeiten

8 Leadership-Strategies die Dir und deinen Teams dabei helfen, Durch unsichere Zeiten zu navigieren

  • Die Art und Weise, wie Leader die Narrative gestalten, hat erhebliche Auswirkungen auf das Wellbeing am Arbeitsplatz.
  • Positive Emotionen mildern die negativen Auswirkungen von Unsicherheit.
  • Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis zu wissen, dass sie für andere wichtig sind.

Unsicherheit ist zum bestimmenden Merkmal des Arbeitslebens geworden – sei es aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen, organisatorischer Umstrukturierungen, rascher Fortschritte in der künstlichen Intelligenz (KI), sich wandelnder Kundenerwartungen oder der ständigen Neugewichtung von Prioritäten, die Teams in Atem hält. Diese Ungewissheit führt nicht nur zu operativen Herausforderungen, sondern untergräbt auch die Konzentration, fördert Burnout und schwächt das Vertrauen. Führungskräfte, die die psychologischen Auswirkungen von Unsicherheit verstehen, können gezielte Maßnahmen ergreifen, um Klarheit, Stabilität und Verbundenheit zu schaffen und so die negativen Folgen zu verringern.

Eine aktuelle Studie hilft zu erklären, warum Unsicherheit psychologisch so belastend ist. Eine neue Meta-Analyse zeigt, dass neun verschiedene Bereiche des Gehirns in unsicheren Umgebungen werden. Diese neun Gehirnbereiche bilden sowohl emotionale als auch kognitive Bahnen- Wenn alle diese Bereiche aktiv sind, hat das Gehirn viel weniger Kapazität für Dinge wie Konzentration und fundierte Entscheidungsfindung. Tatsächlich werden Teile des Gehirns dadurch offline oder nicht verfügbar.  Das könnte erklären, warum du dich möglicherweise vernebelt fühlst, dich nicht an Details erinnern oder Informationen behalten kannst, bei Entscheidungen zögerst und Details oder Texte immer wieder liest. Darüber hinaus führt anhaltende Unsicherheit dazu, dass Menschen ihre Umgebung nach Sicherheitshinweisen absuchen. Mitarbeitende fragen sich: Hat das Management einen Plan? Informieren uns die Führungskräfte über die aktuellen Entwicklungen? Kann ich den Informationen, die mir gegeben werden, glauben? Wenn die Antwort „Nein” lautet, steigt die Angst, und mit der Zeit führt dieser anhaltende Zustand zu Erschöpfung.

Veränderungen und Unsicherheiten werden höchstwahrscheinlich auch in absehbarer Zukunft die Arbeitswelt prägen, aber wie das Leadership damit umgeht, wird einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz haben. Hier sind 8 Vorgehensweisen, die das Leadership anwenden kann:

1. Baue Vertrauen durch echte Fürsorge auf

Starke Führungskräfte zeigen Interesse an der Arbeit ihrer Mitarbeiter, ihren Zielen und ihrer langfristigen Ausrichtung. Sie sind neugierig darauf, was jeden Einzelnen motiviert, und schaffen bewusst Gelegenheiten, um Fähigkeiten zu erweitern.

Dieses emotionales Engagement ist nicht „soft“ aber einer der wichtigsten Faktoren für Leistung und Mitarbeiterbindung.

Wenn Leader ihre Teammitglieder durch interne Karriereleiter-Möglichkeiten und Gehaltserhöhungen (in erster Linie), anspruchsvolle Aufgaben oder die Beseitigung von Hindernissen unterstützen, sendet das eine starke Botschaft aus: Du bist wichtig.

Wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, dass ihre Führungskräfte sich wirklich für sie interessieren, steigt ihr Selbstvertrauen, ihre Leistung verbessert sich und ihre Karrierewege werden gesünder und besser auf ihre Stärken abgestimmt.

2. Sei radikal transparent

Eine transparente Kultur schafft Vertrauen und fördert die Zusammenarbeit. Wenn Menschen sich sicher fühlen, ihre Meinung zu äußern, vertieft dies ihr Engagement und schafft eine widerstandsfähigere, vertrauenswürdigere Teamdynamik. Tipp: Ermutige deine Leute, alle Fragen zu stellen – ja, auch die schwierigen.

Unter transparenten Führungskräften sind die Menschen weniger gestresst. Die Teamarbeit wird zudem nicht beeinträchtigt, da Informationen offen geteilt werden, sodass jeder jederzeit weiß, was gerade passiert. Studien belegen, dass Unternehmen, die privilegierte Informationen mit ihren Mitarbeitenden teilen – die normalerweise der Führungsetage in hierarchischen Machtstrukturen vorbehalten sind –, Unsicherheiten reduzieren und Stress darüber abbauen, wohin die Reise geht und warum. 

Diese Transparenz, insbesondere des „Why“ fördert das Gefühl für gemeinsame Ziele einzustehen.

3. Setze klare Ziele

Klarheit geht Hand in Hand mit Transparenz. Sei klar in Bezug auf Fristen, bevorstehende Veränderungen oder Umstellungen. Deine Teams sollten zur Arbeit kommen und wissen, was von ihnen erwartet wird und vor allem, wie sie erfolgreich dorthin gelangen.

4. Sei berechenbar

Wenn Leader konsequent auftreten – klar kommunizieren, Verpflichtungen einhalten und auf Herausforderungen ruhig und besonnen reagieren -, reduzieren sie die kognitive Belastung und lindern die Angst, die die Energie der Menschen erschöpft. Vorhersehbarkeit bedeutet nicht, starr zu sein, sondern eine verlässliche  und vertrauensvolle Grundlage zu bieten, damit sich Teams auf die Problemlösung und Zusammenarbeit konzentrieren können. Diese Beständigkeit schafft solides Vertrauen und hilft den Menschen, engagiert und belastbar zu bleiben und ihre beste Leistung zu erbringen.

5. Nutze positive Emotionen

Untersuchungen zeigen, dass positive Emotionen viel mehr bewirken, als dass sie helfen, sich im Moment gut zu fühlen. Sie „erweitern und stärken” kognitive und emotionale Ressourcen, indem sie das Denken erweitern und die langfristige Fähigkeit, sich zu entfalten, stärken. Positive Emotionen heben im Wesentlichen die negativen Auswirkungen von Unsicherheit auf und helfen, mehr Möglichkeiten zu sehen, kreativer zu denken und leichter mit anderen in Kontakt zu treten. Mit der Zeit „bauen“ diese erweiterten Denkweisen dauerhafte psychologische, soziale und sogar physische Ressourcen auf – wie Resilienz, stärkeres Bonding und verbesserte Problemlösungsfähigkeiten.

Die Stärken deiner Teams anzuerkennen, kleine Erfolge und Milestones zu feiern (und diese guten Nachrichten dann mit unterstützenden Fragen zu nutzen) und sich gemeinsam bspw. ehrenamtlich zu engagieren, sind allesamt großartige Möglichkeiten, positive Emotionen in die Arbeit einzubringen. Darüber hinaus zeigen neuere Forschungsergebnisse, dass das Teilen positiver Erfahrungen am Arbeitsplatz mit deiner Familie oder engen Freunden sowohl die berufliche als auch die private Seite der Work-Life-Integration fördert.

6. Stelle sicher, dass die Menschen wissen, dass sie geschätzt werden

Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis zu wissen, dass sie für andere wichtig sind – ob bei der Arbeit, in ihrer Familie oder in ihrem weiteren Umfeld. Sich wichtig zu fühlen bedeutet, dass sie das Gefühl haben, etwas in der Welt zu bewirken. Zum einen sich geschätzt zu fühlen (Wertschätzung und Anerkennung) und zu wissen, dass man einen Mehrwert schafft (Leistung). Das Üben der mit dem Gefühl der Wichtigkeit verbundenen Fähigkeiten kann Führungskräfte fördern, Teams verändern und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz auf vielfältige Weise steigern. Geschätzt zu werden beruhigt und schmälert auch vorhandene Ängste.

7. Bring it home

Kein Führungskonzept funktioniert, ohne dass du Zeit mit deinen Mitarbeitenden verbringst. Lerne sie kennen, finden Sie heraus, was sie motiviert und was sie blockiert. Verstehe  ihre Stärken, ihre Motivationen, ihre Werte und ihre blind spots.

Du solltest dir die Frage stellen, wie gut du die Menschen, die du führst, wirklich kennst.

Wenn du deine Leadership-Qualitäten verbessern möchtest, starte damit, dich als Servant-Leader zu verstehen, indem du dich in den Dienst deiner Teams stellst. Finde heraus, was für dein Team wichtig ist. Gestalte Rollen, die Sinn und Zweck bieten. Setze die Stärken deiner Mitarbeitenden sinnvoll ein. Fördere ihr Wachstum – uneingeschränkt und uneigennützig – auch wenn dieses Wachstum sie letztendlich zu einem neuen Team oder einem neuen Unternehmen führt.

8. Schaffe eine Kultur der Bedeutung

Hier sind einige Möglichkeiten, wie du mit deinem Team eine Kultur der Bedeutung schaffen kannst:

– Versuche zu verstehen. Überlege, wie viel Zeit du damit verbringst, nach News zu fragen oder Aufgaben zu verteilen. Wie viel Zeit verbringst du damit, Interesse zu zeigen, Fragen zu stellen oder zu versuchen zu verstehen?

– Lasse deine Gesprächspartner wissen, wie sehr du dich auf sie verlässt. Eine mögliche Einleitung für einen Satz wäre: „Wenn du nicht dieses oder jenes gesagt hättest …“ Zum Beispiel: „Wenn du nicht gewesen wärst, hätte unser Leadership Day niemals so smooth ablaufen können.“

– Sage „Danke“ und noch etwas mehr, sei spendabel mit deiner Wertschätzung. Wenn du dich bedankst, füge ein paar zusätzliche Sätze hinzu, in denen du die Stärken oder Verhaltensweisen beschreibst, die deiner Meinung nach zu dem guten Ergebnis geführt haben. Auch wenn es nur ein oder zwei Sätze sind, zeigt diese Formulierung der Person deutlicher, welchen Einfluss sie hat.

– Spreche über persönliche Wachstumspotenziale, eröffne Möglichkeiten und gebe den Menschen anspruchsvolle Aufgaben (beides sind Indikatoren für Wert/Wertschätzung).

Führungskräfte können Unsicherheit nicht beseitigen, aber sie können ihre Auswirkungen verringern, indem sie einige der oben genannten Strategien bewusst anwenden. Der Weg zu einem ruhigeren Arbeitsplatz, auf den man sich freut, beginnt mit deinem nächsten Schritt.

Wenn du auf diese Weise in Menschen investierst, baust du nicht nur stärkere Teams auf. Du schaffst eine gesündere Kultur, einen größeren Pool an zukünftigen Leadern und langfristigen Erfolg für alle Beteiligten.

Du benötigst Unterstützung zum Thema Leadership in unsicheren Zeiten? Dann kontaktiere mich einfach!

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