body talk: Wie du deine Leadership-präsenz optimieren kannst
Zwanzig Sekunden. So lange dauert es laut Forschungsergebnissen ungefähr, bis jemand entscheidet, ob er dir vertraut, dich mag und dich für kompetent hält. Wahrscheinlich geht es sogar noch schneller.
Du betrittst einen Raum. Bis du dich hingesetzt und deine Notizen hervorgeholt hast, hat jeder im Raum bereits eine Reihe von Urteilen über dich gefällt, von denen keines etwas mit dem zu tun hatte, was du zu sagen beabsichtigst.
Menschen sind social animals und schon lange bevor jemand Konferenzräume oder Zoom-Anrufe erfunden hat, haben sie sich gegenseitig abgecheckt, um zu überleben. Die Signale, die du aussendest, bevor du sprichst – deine Körperhaltung, wie viel Raum du einnimmst, dein Gesichtsausdruck, deine Kleidung – determinieren, wie jedes einzelne Wort, das du schließlich sagst, ankommt.
Leader aus verschiedenen Branchen haben ein Interesse daran, präzise und glaubwürdig zu kommunizieren. Dabei kristallisieren sich Muster heraus: Die meisten von ihnen konzentrieren sich fast ausschließlich darauf, was sie sagen werden. Die Worte, die Ideen, die Gesprächspunkte. Sie proben ihren Inhalt und vergessen, dass ihr Körper schon lange vor ihrem Mund im Meeting angekommen ist.
Schon eine kleine Korrektur der Körperhaltung kann verändern, wie andere deine Energie und dein Selbstvertrauen wahrnehmen. Die Erfahrung lehrt, dass die meisten Führungskräfte, sich überhaupt keine oder nur sehr wenige Gedanken darüber gemacht haben, was ihre körperliche Präsenz vermittelt.
1. The Body speaks first.
Selbstbewusste Menschen nehmen Raum ein. Es löst immer eine Reaktion aus.Die meisten, die im Job stecken, haben noch nie bewusst darüber nachgedacht, obwohl sie es instinktiv erkennen, wenn eine Person den Raum füllt. Dieser Instinkt begleitet dich in jeden Sitzungssaal, auf der Bühne und zu jeder Kundenpräsentation.
Eine ausladende Körpersprache, aufrechtes Sitzen, zurückgezogene Schultern, offene Handflächen, sympathischer Augenkontakt – all das signalisiert Selbstvertrauen, noch bevor du einen einzigen Gedanken zur Diskussion beigetragen hast. Das Ziel ist es, präsent genug zu sein, dass du so wirkst, als gehörst du dazu, aber entspannt genug, dass du so wirkst, als wärst du schon einmal hier gewesen.
2. Es kommt darauf an, wie du dich präsentierst.
Ein Forschungsergebnis zum Thema „Executive Presence“ identifiziert drei Säulen: Ausstrahlung, Kommunikation und Erscheinungsbild. Das Erscheinungsbild hat von den dreien das geringste Gewicht, wird jedoch oft als Erstes beurteilt. Noch bevor man deine Ideen gehört oder dein Urteilsvermögen auf die Probe gestellt hat, hat man bereits registriert, wie du dich präsentiert hast.
Deine goldene Regel ist es wert, beachtet zu werden. Minimiere Ablenkungen von deinen Fähigkeiten und deiner Leistung. Es geht darum, zielstrebig zu sein und sich für die Rolle zu kleiden, die du anstrebst, statt für die, in der du dich gerade befindest. Wenn du als mittlerer Manager eine Führungsposition anstrebst, regt eine Kleidung, die eher der Führungsebene entspricht, andere dazu an, dich mit dieser Gruppe in Verbindung zu bringen.
Dann sind da noch die Details, die das Ganze abrunden. Die Dinge, die den Menschen auffallen, sind deine Haare, deine Hände und deine Füße. Du kannst ein tolles Outfit tragen und das Ganze mit verschmutzten Schuhen oder abgekauten Nägeln zunichte machen. Ein gepflegtes Erscheinungsbild signalisiert anderen, dass du sie als deine Zeit und Investition wert ansiehst.
3. Stelle andere in den Mittelpunkt.
Sobald du den Mund aufmachst, ist es am wirkungsvollsten, den Fokus so schnell wie möglich auf deinen Gesprächspartner zu lenken. Die besten Kommunikatoren sind nahezu immer auch die besten Zuhörer.
Erzähle gerade so viel über dich selbst, dass die andere Person weiß, wie sie sich auf dich beziehen kann. Dann gebe Sie das Wort weiter. Stelle eine Frage. Zeige echte Neugier.
Die Anwesenden beginnen schon lange bevor du etwas sagst, dich einzuschätzen und diese frühen Signale prägen alles, was folgt. Trete selbstbewusst auf. Zeige Sie Entschlossenheit. Wenn du schließlich sprichst, stelle eine andere Person in den Mittelpunkt. Deine Worte erhalten damit dann viel mehr an Gewicht.
11 Tipps, wie du mit Körpersprache punktest
In dem Moment, in dem jemand dich sieht – vor der Kamera oder persönlich –, beginnt er, sich einen Eindruck zu bilden. Wie du aussiehst und dich gibst, legt das Fundament, lange bevor du beginnst, deine Story zu erzählen. Es lohnt sich, die Wissenschaft der Körpersprache zu verstehen: Es ist so viel einfacher, von einem positiven ersten Eindruck auszugehen, als nach einem negativen Start wieder aufzubauen.
Wie kannst du also persönlich authentisch sein und dennoch ein wirkungsvolles professionelles Image vermitteln? Wie kannst du Selbstvertrauen zeigen, ohne arrogant oder übertrieben zu wirken? Wie schaffst du den Spagat zwischen Professionalität und der neuen lockeren, informellen Arbeitskultur, in der alles erlaubt ist? Wie schaffst du es, Präsenz zu zeigen in einer Welt aus hybrider Arbeit, virtuellen Meetings und nur gelegentlichen persönlichen beruflichen Veranstaltungen?
Master der strategischen Körpersprache waren/sind beispielsweise: Steve Jobs, Tim Cook (beide Apple), Sayta Nadella (Microsoft) und Elan Musk – in ihrer ganz unterschiedlichen Art und Weise.
Hier sind ein paar Tipps, wie du mit körperlichen Signalen eine wirkungsvolle Leadership-Präsenz vermittelst.
Sei präsent.
Klingt einfacher als es ist. Weil nur wenige Menschen ganz im Hier und Jetzt sind. Zunächst einmal ist es wichtig, dass man dich sieht, wenn du beispielsweise an einer Besprechung teilnimmst – sei es persönlich oder per Videokonferenz. Mache mindestens einer Person im Raum deiner Anwesenheit bewusst. Sei bei einem virtuellen Gespräch mehr als nur ein schwarzes Kästchen mit einem Namen.
Verliere dich nicht in deinen Screens.
Viele Menschen nutzen mehrere Bildschirme. Wir beobachten, wie ihre Augen hin und her wandern und ihre Köpfe sich drehen, während sie bei virtuellen Besprechungen die Bildschirme abtasten. Während dies in routinemäßigen Arbeitssitzungen angemessen sein mag, wenn dein Team den Kontext versteht, lenkt es in anderen Besprechungen ab. Es sieht so aus, als würdest du andere Dinge tun. Wenn die Besprechung wichtig ist, bemühe dich, auf dem Bildschirm zu bleiben, der für die Besprechung genutzt wird, damit du als engagiert in die Interaktion eingebunden erscheinst.
Nimm Platz ein.
Raum hat Bedeutung, und du hast alles, um wahrgenommen zu werden. Drücke dich nicht in die Ecke des Besprechungsraums oder an den Rand deines Bildschirms. Nimm eine zentrale Position ein, um zu signalisieren, dass du es verdienst, dabei zu sein und etwas beizutragen hast.
Körperhaltung ist Macht.
Ziehe die Schultern zurück und halte den Rücken gerade. Steh‘ (oder sitze) aufrecht, um Selbstvertrauen auszustrahlen. Strecke den Rücken und lass die Schultern sinken, um ruhig zu bleiben und Selbstbewusstsein auszustrahlen.
Sei Fokussiert.
Patricia Napier-Fitzpatrick, Gründerin der „Etiquette School of New York“, erklärt: „Ein aufrechter Kopf zeugt von Selbstsicherheit und Kompetenz. Ein gesenkter Kopf lässt Sie unsicher, verletzlich und sogar schuldig wirken.“ Üben Sie, Ihr Kinn in einem 90-Grad-Winkel zur Brust zu halten. „Wenn Sie ihn zu hoch halten, werden Sie wahrscheinlich als herablassend oder sogar aggressiv wahrgenommen. Wenn Sie ihn gesenkt oder geneigt halten, werden Sie eher als unsicher oder unterwürfig wahrgenommen.“
Zeige Interesse.
Kommunikation ist immer ein wechselseitiger Prozess. Zuhören, ohne zu reagieren, schwächt die Energie des Sprechers. Höre aktiv zu. Reagiere mit Mimik, die den Sprecher bestärkt, motiviert und anleitet. Du musst nicht zustimmen, aber du solltest dich einbringen und Interesse zeigen.
Beziehungen basieren auf Augenkontakt. Finde heraus, welche Art und Intensität des Augenkontakts für dich angenehm ist. Nutze den Augenkontakt, um bei jeder Interaktion das zu unterstreichen, was dir am wichtigsten ist.
Optimiere die Sprachverständlichkeit.
Experten haben herausgefunden, dass nahezu 40 % des ersten Eindrucks, den du bei anderen Menschen hinterlässt, ausschließlich auf dem Klang deiner Stimme basieren. Die Abstimmung auf deine Zuhörer ist der Schlüssel zum Erfolg: Prüfe, ob deine Lautstärke hoch genug ist; frage nach, ob deine Ausführungen bzw. Konzepte verstanden werden; unterstreiche deine Kernaussagen durch Ausdrucksweise, Grafiken oder Wiederholungen; und halte dich kurz, um Zeit für Fragen zu lassen.
Mache bewusst Pausen.
Überlastung ist zur neuen Norm am Arbeitsplatz geworden. Wir wollen Zeitpläne und Gespräche komprimieren und lassen kaum Zeit zum Nachdenken. Die Tendenz zu Informationsüberflutung und ständigen Unterbrechungen ist allgegenwärtig. In der Ruhe liegt die Kraft – eine bewusste Pause einzulegen ist ein wirkungsvolles Mittel, um Herz und Verstand anzusprechen.
Vermeide ablenkende Gewohnheiten.
Oft haben wir unbewusste Gewohnheiten, um unsere Nerven zu beruhigen. Manche Menschen berühren ihr Gesicht oder spielen mit ihren Haaren. Andere trommeln mit den Fingern, klicken mit dem Kugelschreiber oder kritzeln Notizen am Rand herum. Diese Gewohnheiten schmälern oft die Ausstrahlung einer Führungskraft. Halte deine Hände ruhig, um diese Ablenkungen zu vermeiden. Fokussiere dich und lasse die Gewohnheiten bewusst los – bis sie verschwinden.
Entscheide, wer du sein willst.
Beginne damit, zu entscheiden, wer du im Job sein möchtest. Lasse nicht zu, dass zufällige oder unbewusste Verhaltensweisen deine Präsenz bestimmen; setze dir stattdessen ein Ziel. Entscheide, wer du sein und wie du auftreten möchtest. Ergreife positive Maßnahmen, um dies zu erreichen. Wir alle haben eine Rolle im Job – die Frage ist, wie aktiv du diese Rolle gestaltest, damit sie real und authentisch für andere wahrnehmbar wird.
Für diejenigen, die bereits in Leadership-Positionen sind, ist Führungspräsenz ein bisschen wie das Henne-Ei-Problem. Du wirst dadurch definiert, wer du bisher warst und wie du dich bisher präsentiert hast. In diesem Zusammenhang kannst du analysieren, was bereits gut funktioniert und was suboptimal ist um einen Plan für die Zukunft aufzustellen. Feinjustiere dann entsprechend deiner Analysen.
Nimm‘ dir Zeit für eine eigene „Persona-Analyse“. Verschaffe dir einen Überblick aus der Vogelperspektive und schau dir an, wie andere dich während deiner Interaktionen wahrnehmen. Bist du auf dem Bildschirm präsent oder eher eine „Black Box“? Bist du engagiert oder Multitasking-orientiert? Bist du ein Gestalter oder ein Beobachter? Wirkt deine Kleidung durchdacht oder eher improvisiert? Spielst du mit deinem Gesicht oder deinen Haaren? Lenkst du andere ab oder motivierst du die Gruppe? Wie würdest du deine Persönlichkeit aus dieser Vogelperspektive beschreiben? Zeigst du dich von deiner besten Seite, um das Beste aus deinem Potential zu machen?
Manche Menschen haben ein überzeugendes Charisma, doch diese Gabe ist nur wenigen vorbehalten. Wenn du ihnen begegnest, beobachte und lerne, aber sei dir bewusst, dass deine persönlichen Eigenschaften einzigartig und von unschätzbarem Wert sind. Executive Presence liegt in deiner Hand, wenn du entscheidest, wer du sein möchtest und wie du dich in deinem geplanten Werdegang präsentieren willst. Stelle dir dein berufliches Ich in etwa 10 Jahren vor – erfolgreich, einflussreich und glücklich: Was solltest du heute tun, um diese Persönlichkeit Wirklichkeit werden zu lassen?
Sprich‘ mich gerne an, wenn due Unterstützung beim Personality-Shaping benötigst.



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