Die „Kompetenzsteuer“: Du zahlst den Preis dafür, wenn du gut im Job bist
- Je zuverlässiger du bist, desto wahrscheinlicher ist es, dass du mit mehr Arbeit belohnt wirst.
- Leistungsträger sind für die Umsetzung unverzichtbar, bleiben jedoch für Führungspositionen unsichtbar.
- Die Anlaufstelle zu sein, schafft Vertrauen, kann aber dein berufliches Wachstum und deinen Einfluss einschränken.
Die „Kompetenzsteuer“ ist der Preis dafür, so gut zu sein, dass du nicht in eine andere Rolle wechseln kannst.
Jedes Unternehmen hat diese eine Person, die man anruft, wenn die Zahlen nicht stimmen, die Stakeholder unzufrieden sind, die Arbeitsmoral niedrig ist oder eine wichtige Präsentation kurz davor steht, schief zu laufen. Vielleicht kennst du das ja, weil du genau auf diesem Weg bist, dass due denkst, wenn ich mich unentbehrlich mache, werden „die das schon merken, was sie an mir haben“. Ohne zu zögern wird diese eine Person bei Red Flags herbeigerufen, weil es bekannt ist, dass sie immer die Lage rettet. Sie korrigiert die Tabelle, beruhigt angespannte Nerven, hebt die Stimmung, überarbeitet schnell eine Präsentation und steuert während einer ansonsten Schieflage geratenen Präsentation eine akzeptable Lösung bei.
Über diese Person sagt man, sie sei der „Klebstoff, der alles zusammenhält“ und „ohne dich wären wir verloren“. Doch wenn die Promotion-Saison kommt, wird sie übersehen … schon wieder. Diese Person wurde nicht wegen schlechter Leistung bestraft, sondern zahlte schlichtweg die „Kompetenzsteuer“.
Was ist die Kompetenzsteuer?
Für High Performer gibt es versteckte Karrierekosten, wenn ihre gesamte Identität als „zuverlässiges, integres Mitglied“ angesehen wird. Weil sie immer liefert, wird die Belohnung für gute Arbeit zu noch mehr Arbeit, statt zu strategischen Chancen oder einer Beförderung.
Warum passiert das?
Leader versuchen, Reibungsverluste und Unsicherheiten zu reduzieren. Wenn sie wissen, dass es jemanden gibt, auf den sie sich verlassen können, der auch unter Druck stets liefert und Chaos abfedert, wenden sie sich natürlich wieder an dieselbe Person, sobald das nächste Mal etwas Wichtiges oder Dringendes ansteht. Es dauert nicht lange, bis die Identität als kompetente Person zu einer Erwartung wird – einer, an die andere nicht unbedingt gebunden sind. Je besser du also in deinem aktuellen Job wirst, desto schwieriger wird es für andere, sich dich in der nächst höheren Position vorzustellen.
Warum Leistungsträger „Kompetenzsteuer“ zahlen
Viele Leistungsträger verstärken diesen Kreislauf unbewusst. Sie haben Freude daran, schwierige Probleme zu lösen, die sonst niemand bewältigen kann. Für sie ist es wie ein Rätsel, dass es zu lösen gilt. Sie wollen anderen helfen und sagen „Ja“ – selbst wenn es zu ihrem eigenen Nachteil ist. Es gibt ihnen ein Gefühl der Zufriedenheit und Erfüllung, zuverlässig zu sein. Ein Grund ist, dass sie dem Irrglauben aufsitzen, gute Arbeit spreche für sich selbst. Sie setzen sich selten, wenn überhaupt, für sich selbst ein. Wenn ein Problem auftaucht, weiß jeder, wem man es zuweisen kann. Dieser Kreislauf verselbstständigt und wiederholt sich. Na, kommt dir das bekannt vor?
Vier Anzeichen dafür, dass du die „Kompetenzsteuer“ zahlst
Es gibt Anzeichen dafür, dass die Rolle des Verantwortlichen zu deiner Identität geworden ist.
Du bist die Anlaufstelle, die erste Person, die man anruft, wenn etwas schiefgeht. Man vertraut darauf, dass du fast jedes Problem – ob groß oder klein – lösen kannst. Der Hacken bei der Sache ist, dass sich dieses Vertrauen meist nur auf die Umsetzung bezieht. Mehr traut man dir nicht (mehr) zu. Du wirst selten in Strategiebesprechungen einbezogen, in denen du möglicherweise Einblicke geben könntest, wo Probleme auftreten könnten.
Dein Aufgabenbereich und dein Arbeitsvolumen wächst, dein Einfluss jedoch nicht. Du wirst immer wieder gebeten, noch mehr zu übernehmen. Du trägst mehr Verantwortung, ohne die damit verbundene Entscheidungsbefugnis zu haben, geschweige denn, dass du eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklimmst.
Du wirst immer wieder gelobt, aber deine Karriere ist ins Stocken geraten. Du hörst ständig, dass du ein wertvoller Gewinn für das Team und das Unternehmen bist. Ironischerweise bist du an deiner Stelle zu wertvoll geworden – und genau das ist der Grund, warum du einfach nicht vorankommst und falsch eingeschätzt wirst.
Du erledigst dringende Aufgaben, aber keinen sichtbare Beitrag. Du löschst Brände und beruhigst aufgewühlte Gewässer. Du reparierst, supportest und setzen Dinge um. Währenddessen präsentiert jemand anderes vor der Führungsebene (möglicherweise deine Arbeit), knüpft Beziehungen und gestaltet die Strategie.
Kompetenz ist einer der schnellsten Wege, sich einen guten Ruf aufzubauen. Wer möchte nicht einen Mitarbeiter haben, auf den er sich verlassen kann? Leider garantiert ein gute Reputation allein noch kein berufliches Wachstum. Das Ziel ist nicht, weniger zuverlässig zu werden. Es geht darum, sicherzustellen, dass deine Zuverlässigkeit echte Chancen für dich eröffnet, anstatt dich einzuschränken.
Leistungsträger werden (leider) nicht einfach nur deshalb befördert, weil sie großartige Arbeit leisten. Sie kommen weiter und werden dann befördert, wenn andere den Wert und die Wirkung sowie den Beitrag zum Unternehmen in der Arbeit erkennen. Fazit: Immer fleißig Prove Points für Erfolge sammeln und diese auch selbstsicher präsentieren.
Du willst keine Kompetenzsteuer mehr zahlen? Dann kontaktiere mich – ich unterstütze dich gerne.



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