Wie man in allem besser wird: Einfluss, Führung und mehr …
Perfect is the Enemie of Good.
Üben wird überbewertet. Was du stattdessen tun solltest.
- Wenn die meisten Menschen üben, wiederholen sie unbewusst das, was sie bereits gut können.
- Um die eigene Leistung zu verbessern, solltest du dich auf die Bereiche konzentrieren, in denen der größte Optimierungsbedarf besteht.
- Erfahrung ist nicht gleichbedeutend mit Fachkompetenz. Erfahrung sammelt man automatisch. Fachkompetenz muss bewusst aufgebaut werden.
Als Coach für Leadership-Kompetenz arbeite ich mit unterschiedlichen Führungskräften daran, ihre Einflussnahme, ihre Führungsqualitäten und ihre Kommunikationsfähigkeiten konkret zu verbessern. Wenn ich frage, wie sich die Leistung am Arbeitsplatz verbessern lässt, antworten die meisten: „Übung macht den Meister.“ Eine simple, selbsterklärende Aussage. Aber sie ist bei weitem nicht wahr. Etwas immer und immer wieder zu tun, macht einen nicht unbedingt besser darin.
Erfahrung und Fachkompetenz sind nicht dasselbe
Wir verwenden den Begriff „Erfahrung“ routinemäßig so, als bedeute er „Fachkompetenz“. Im Beruf hat jemand, der über jahrelange Erfahrung im Umgang mit Kunden, in der Leitung eines Teams oder in der Präsentation von Ideen verfügt, reichlich Übung in diesen Bereichen gesammelt. Wir gehen davon aus, dass diese Person ein Experte ist, weil wir die beiden Begriffe miteinander vermischen. Wenn man Erfahrung und Fachkompetenz jedoch unabhängig voneinander definiert, ist Erfahrung ein relativ schlechter Prädiktor für Fachkompetenz.
Weder Erfahrung noch Übung führen automatisch zu einer Verbesserung
Erfahrung führt ab einem bestimmten Niveau nicht automatisch zu Verbesserungen. Sobald wir über die Fähigkeiten verfügen, die für eine durchschnittliche Leistung in unserem Beruf erforderlich sind, verlagern wir unseren Fokus von der Weiterentwicklung unserer Skills (Methodik) hin zur Erledigung der Aufgabe (Ergebnis). Jahrelange Erfahrung mag dir das Gefühl geben, neue Fähigkeiten zu erlernen, doch statistisch gesehen wird es immer wahrscheinlicher, dass du dich auf dieselben Fähigkeiten verlässt die sich in der Vergangenheit für dich bewährt haben.
Führende Experten auf dem Gebiet der Expertise, liefern eine nützliche Analogie. Ein Tennis-Rookie trainiert alle Spielelemente, einschließlich Rückhand und Vorhand. Sobald er oder sie sich jedoch bereit fühlt, Matches zu spielen, wird sich dieser Spieler oder diese Spielerin auf das verlassen, was in der Vergangenheit gut funktioniert hat (z. B. eine starke Vorhand), und das vermeiden, was nicht so gut funktioniert hat (z. B. eine schwache Rückhand). Infolgedessen wird die Vorhand des Spielers stärker und die Rückhand schwächer. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass sich die Rückhandfertigkeit verbessert, selbst nach jahrelangem Tennisspielen, da der Spieler/die Spielerin aktiv nichts unternimmt, um seine Rückhand zu verbessern. Er versucht vielmehr, zu gewinnen.
Im Berufsleben ist echtes Üben von Skills selten, da unser Arbeitsalltag und unsere Workload weder Zeit noch Anreiz lassen, nicht mehr nur nach Ergebnissen zu streben, sondern stattdessen die Methodik zu verbessern. Selbst wenn wir Zeit finden, ein Skill zu üben, neigen wir unweigerlich dazu, die Elemente zu wiederholen, in denen wir bereits gut sind. Das liegt daran, dass es mehr Spaß macht, als sich auf unsere Schwächen zu konzentrieren. Zusammenfassend lässt sich sagen: Erfahrung und Übung allein führen nicht zu den gewünschten Verbesserungen, aber es gibt Ansätze, die Ergebnisse liefern.
Wie du dich tatsächlich verbessern kannst: Step by Step
Auf der Grundlage der Arbeiten von Experten und Forschern auf diesem Gebiet, lassen sich entscheidende Faktoren identifizieren, die deine Leistungssteigerung vorantreiben können. Der Lernende muss aktiv den Wunsch und Willen haben, sich zu verbessern. Optimierung erfordert intensive Arbeit, kein Wunschdenken. Der Lernende muss motiviert sein, die erforderlichen Anstrengungen zu unternehmen.
Der Tipp: Strebe lieber kleine, regelmäßige Schritte an als große Steps. Dreimal pro Woche zwanzig Minuten spazieren gehen ist wirksamer als eine sechsstündige Trainingseinheit im Fitnessstudio, die du dann nie wiederholst. Kompetenzentwicklung ist im Wesentlichen eine Änderung bzw. Feinjustierung von Gewohnheiten. Fange also klein an, wenn es dir hilft, jetzt direkt loszulegen.
Teile die Gesamtkompetenz in einzelne Bestandteile auf. Ein häufiger Fehler ist es, ein vages Ziel wie „Verbesserung im Umgang mit Kunden“ zu setzen. Der Umgang mit Kunden muss in konkrete Komponenten wie „Stelle effektive Fragen“ und „Zeige aktives Zuhören“ unterteilt werden, damit die erforderlichen Maßnahmen klar und konkret sind.
Arbeite mit einem Experten zusammen, der sich bei seinem Feedback auf ein Expertenmodell (und nicht auf persönliche Meinungen) stützt. Die lernende Person muss sich ein Bild davon machen können, wie „besser“ aussieht, und das Modell des „Besseren“ sollte empirisch als Weg zum gewünschten Ergebnis validiert sein. Ein Experte nutzt das Modell, um systematisches Feedback zu geben, dass die Lücke zwischen dem aktuellen Stand des Lernenden und dem angestrebten Ziel schließt.
Beginne dort, wo du den größten Spielraum für Optimierungen hast. Das sind in der Regel genau die Kompetenzbereiche, denen du bisher aus dem Weg gegangen bist. Wenn du dich hier gezielt anstrengst, stärkst du nicht nur deine Fähigkeiten insgesamt, sondern gewinnst auch das Vertrauen, dass du dich verbessern kannst.
Arbeite in einer Trainingszone
Übe in einer „Trainingszone“, die denselben Rahmenbedingungen entspricht, aber weniger Risiken birgt. Fluggesellschaften nutzen Flugsimulatoren, damit Piloten wichtige Fähigkeiten erlernen können, ohne Mensch oder Material zu gefährden. Je mehr der Trainingskontext der realen Umgebung entspricht – ohne die Risiken –, desto besser lassen sich diese Fähigkeiten auf die Praxis übertragen. Baue deine Fähigkeiten zum Beispiel im Umgang mit Kunden wie bei einer Flugsimulation auf, indem du mit Freunden oder Kollegen arbeitest, nicht mit echten Kunden.
Rechne mit Fehlschlägen und nimm sie an. Erstelle eine Liste mit deinen Learnings und zeichne eine Lernkurve auf. Wenn du Dinge tust, die du noch nicht gut beherrschst, wirst du scheitern. In der realen Welt vermeidest du instinktiv Fehlschläge; in der Trainingszone solltest du sie begrüßen. Nimm sie als Zeichen dafür an, dass du auf dem richtigen Weg bist.
Wiederhole den Vorgang und verfeinere dabei deine Vorgehensweise. Iteration ist ein entscheidendes Element der Verbesserung. Jedes Mal, wenn du das jeweilige Skill wiederholst, behältst du bei, was du gut machst und verfeinerst das, was noch nicht ganz am Ziel ist.
Wenn du nicht bewusst daran arbeitest, dich zu verbessern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du lediglich deine Leistung erbringst und auf der gleichen Stelle tritts. Nur wenige Menschen werden von ganz alleine selbst besser. Eine gute Guideline und die richtigen Strategien können es dir ermöglichen, Fortschritte zu erzielen, wie es selbst jahrelange Erfahrung nicht vermag. Das gibt nicht nur deiner Persönlichkeit einen Schub, sondern auch deinen Karriereplänen.
Du benötigst Hilfe beim Besserwerden? Kontiere mich einfach und wir sehen, was wir für dich tun können.



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