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Sue Kindor

Sue Kindor ist Consultant, Coach & Communicator aus Leidenschaft. Sue war in Agenturen, der Industrie und für Startups tätig und hat sowohl Führungskräfte als auch Management-Boards zu komplexen Kommunikationsthemen beraten. Die Non-Konformistin pflegt einen individuellen Stil und nimmt selten ein Blatt vor den Mund.

Published Mai 7, 2026

Du bist nur so gut wie dein Team performed

Die entscheidenden Unterschiede, die die Teamleistung beeinflussen: Dein Titel macht dich zum Chef. Dein Verhalten entscheidet darüber, ob du ein Leader bist. Gutes Leadership ist (viel) Geld wert.

Bosse setzen ihre Autorität ein, entscheiden und ordnen an. Leader gehen behutsam vor, um Vertrauen zu gewinnen. Und das bringt alles andere mit sich – Engagement, Kreativität, Loyalität und jene Art von freiwilligem Einsatz, die in keiner Stellenbeschreibung zu finden ist. Gehorsam kann man einfordern, den Rest kann man sich nur verdienen.

Boss oder Leader: Was bist du? 

Die folgenden Unterschiede sind weder abstrakt noch theoretisch. Sie zeigen sich tagtäglich in der Kommunikation – Gesprächen, Besprechungen, Entscheidungen und in Stresssituationen. Mit der Zeit verstärken sie sich in die eine oder andere Richtung. 

Macht: Ein Boss stützt sich auf seine Position und agiert Top Down: „Weil ich es so sage.“ Leader machen ihren positiven Einfluss geltend: „Lass uns das gemeinsam herausfinden.“ 

Sprache: Bosse stellen sich in den Fokus und sagen standardmäßig „ich“ und „mich“. Leader sagen standardmäßig „wir“ und „uns“. 

Rückschläge: Ein Boss weist Schuld zu. Leader fragen, was (aus Fehlern, die gemacht wurden) gelernt wurde. 

Feedback: Bosse korrigieren oder kaschieren Mängel. Leader stärken den Einzelnen. 

Klima: Bosse erzwingen Folgsamkeit durch Angst. Leader fördern Engagement durch Vertrauen. 

Ein Gedankenexperiment 

Denke an die beste Führungskraft, für die du je gearbeitet hast. Stelle dir den Raum vor, als sie hereinkam – die Energie und die Art, wie sich die Leute nach vorne beugten oder sich zurücklehnten. Erinnere dich an das Gefühl, das du hattest, als du deiner Führungskraft deine beste Idee und deine schlechtesten Nachrichten überbracht hast. Drehe den Spieß nun um. Was empfindet dein Team, wenn du den Raum betrittst? 

Fragen zur Führung, über die es nachdenken lohnt

Folgen dir die Menschen in deinem Team hauptsächlich, weil sie wirklich inspiriert sind, oder weil sie keine echte Wahl bzw. alternative haben? Wenn dein Team deine Führungsqualitäten mit drei Worten beschreiben würde, welche Worte wären das deiner Meinung nach? Haben Sie recht? 


Einblick in einen Führungswandel 

Als Satya Nadella 2014 CEO von Microsoft wurde, war die Unternehmenskultur geprägt von internem Wettbewerb und Ranglisten. Kluge Köpfe, gnadenlose Dynamik, eine Chefkultur – und das alles im großen Stil. Nadella vollzog einen bewussten Wandel vom Boss zum Leader. Mit Empathie, Growth Mindset und einem Leadership-Modell, das „Model, Coach, Care“ heisst. Letzteres empfahl Führungskräften, aktiv zuzuhören, zu fördern und sich um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu kümmern. Er lebte dies persönlich vor – gestand seine eigenen Defizite ein, begrüßte ehrliches Feedback und führte selbst mit Neugier statt mit Autorität.

Die Marktkapitalisierung von Microsoft stieg von rund 300 Milliarden Dollar auf über 3 Billionen Dollar bis Anfang 2025. Das Fazit lautet: Der Wandel vom Boss zum Leader ist weder ein leichter noch ein sanfter Schritt. Aber er bringt ein unbezahlbares Value Add: Er ist ein Geldbringer. 

Was die Forschung zeigt 

Der wichtigste Faktor für das Engagement der Mitarbeiter ist weder die Strategie noch die Unternehmenskultur oder die Vergütung. Es kommt darauf an, wer das Team leitet. Laut Gallup sind Führungskräfte für mindestens 70 % der Unterschiede im Engagement verantwortlich. Obwohl hinlänglich bekannt, dass der Fisch immer vom Kopf her stinkt … bleibt das Problem erhalten.

Deutschland hat eine akute Führungskrise, laut Interpretation der Studien-Ergebnisse: Nur wenige der Beschäftigten (9 -11%) haben eine hohe emotionale Bindung zum Unternehmen, während die meisten (78%) Dienst nach Vorschrift machen. Das Vertrauen in Führungskräfte ist rapide eingebrochen (auf 21%) und nahezu die Hälfte der Arbeitnehmer (45%) sind wechselbereit. 

Hauptursache ist schlechte Führung, die kaum auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingeht. Andererseits herrscht auch bei Führungskräften Fachkräftemangel: Es fehlen ca. 28.000 Führungskräfte in Deutschland. Grund ist, dass viele Beschäftigte den Karrieresprung in eine Führungsposition scheuen. Eine der Forderungen ist der eines Kulturwandels: Führungskräfte müssen agiler werden, stärker und vor allem klarer kommunizieren. Sie sollten Verantwortung übernehmen, um die Resilienz und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu steigern. Zugegeben, keine leichte Aufgabe angesichts der vielen Brandherde, die den Menschen überall Sorgen bereiten.

Die mangelnde Triebkraft von Mitarbeitenden führt allerdings zu erheblichen Produktivitätseinbußen, was schätzungsweise einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 127 Milliarden Euro pro Jahr verursacht.  Zusätzlich weisen unmotivierte Mitarbeiter (28%) höhere Fehlzeiten auf. Das belastet die Firmenbudgets jährlich mit 3,7 Milliarden Euro. Der anhaltende, negative Trend in der Mitarbeitermotivation über die letzten zehn Jahre hinweg, gibt Anlass zur Besorgnis und schreit quasi nach einem Change von Bossen zu Leadern. 

Schwächen in der Führungskultur betreffen vor allem die Kommunikation. Die simplen Regeln wie Klarheit, Relevanz/Kontext, Dialogorientierung und – Zuhören, wollen angewendet werden und nicht nur blasse Theorie sein. Ein weiterer wichtiger Punkt sind Feedback, Lob und Anerkennung. Nur ein Viertel der Mitarbeiter fühlt sich bei der Arbeit wirklich einbezogen. Noch weniger haben das Gefühl, dass ihr Arbeitgeber Interesse an ihnen als Personen zeigt oder ihre Entwicklung fördert.

Die Studien betonen, dass eine Verbesserung der Führungskultur essenziell ist, um talentierte Mitarbeitende zu binden, Verluste auf Unternehmensseite zu minimieren und die Produktivität zu steigern. 

Internationale Facts: Unmotivierte Teams kosten US-Unternehmen bspw. jährlich zwischen 450 und 550 Milliarden Dollar an Produktivitätsverlusten. Darüber hinaus haben 57 % der Mitarbeiter einen Arbeitsplatz ausdrücklich wegen ihres Vorgesetzten gekündigt. Eine „Boss-Kultur“ ist nicht nur demoralisierend. Sie ist teuer und fördert ein Brain Drain – die besten Mitarbeiter wandern ab.

Wie man führt, statt nur zu administrieren

Schau auf die letzten 30 Tage zurück. Wähle drei Momente aus, in denen du eindeutig der Boss warst, nicht der Leader. Schreib’ sie auf. Nenne die Gründe für dieses Verhalten. Wiederhole das nun für Momente, in denen du ein Leader warst. 

Teile in deiner nächsten Teambesprechung eine Erfahrung mit, die dir zu schaffen macht. Eine echte – einen Fehler, den du gemacht hast, was er gekostet hat und was du daraus gelernt hast. Halte es kurz. Sei ehrlich und zeige dich auch verletzlich. Verletzlichkeit ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Verletzlichkeit kann Mut, Mitgefühl und Verbundenheit schaffen. Beobachte, wie das auf die Menschen in deinem Team wirkt. Authentizität ist hierbei wichtig.

Machen Sie den „Hide it or Tell me“-Test. Frage diese Woche einige deiner direkten Mitarbeiter: „Wenn bei dir etwas schiefgeht, ist dein erster Impuls dann, es mir zu sagen oder es zu verheimlichen?“ Erkläre die Frage nicht und mildere sie nicht ab. 

Gespräch im Team 

Beim nächsten Teammeeting, wirf’ diese Frage in die Runde: „Was mache ich als Führungskraft regelmäßig, das euch die Arbeit erschwert, und was tue ich, was euch wirklich hilft?“ 

Lasse das Gespräch seinen eigenen Lauf nehmen. Lenke es nicht. Die Antworten werden genau dort ans Licht kommen, wo deine Führungsqualitäten noch verbessert werden müssen und sie werden von denjenigen kommen, die es wirklich wissen. 

Der Wandel vom Boss zum Leader

Die Wahrheit ist, es wird immer mehr Bosse als Leader geben. So sind die meisten Organisationen nun einmal aufgebaut und so werden die meisten Menschen gefördert. Autorität lässt sich leicht übertragen. Führungsqualitäten müssen sich entwickeln. 

Man muss nicht perfekt sein, um auf diese Weise zu führen. Man muss jedoch bereit sein – bereit, ehrlich hinzuschauen, aufmerksam zuzuhören und seine Menschlichkeit zu zeigen. So wird man zu einem echten Leader. Beginne mit einem Schritt.

Du willst den Schritt vom Boss zum Leader wagen und benötigst dabei Unterstützung? Dann kontaktiere mich einfach. 

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